Gestern zu einem instruktiven Vortrag von Eberhard Diepgen. Natürlich ist es Schwachsinn, einen Flughafen dichtzumachen während ein anderer noch nicht mal finanziell in seiner Entstehung gesichert ist. Die Verzögerungszeiten werden ja auch immer länger bei öffentlichen Bauten.
Daraus wird ein Machtkampf generiert Links gegen Rechts, Ost gegen West. Und die Teilung der Stadt nimmt kein Ende.
Das Eingeständnis, die Andersartigkeit der Menschen im Osten unterschätzt zu haben, ist reichlich billig. Diese Erfahrung haben Parteien ebenso wie die Frauenbewegung gemacht. Leider immer mit der gleichen Handlungsfolge: fallenlassen und abtauchen; mehr oderweniger geordneter Rückzug in das bekannte Obsiegte. Aus der Erkenntnis “oh die Menschen dort sind ja anders als gedacht” folgte eben leider keine Aufbruchstimmung im Westen, die die des Ostens zu einer Gemeinsamkeit hätte werden lassen können.
Verloren haben wir dadurch alle. Unsere Träume. Sie kehren wieder in dem verzweifelten Ringen, doch noch irgendwie ein Stück vom Kuchen abzukriegen. Dabei hätte wir ihn nur gemeinsam größer backen brauchen.
Doch solange es Menschen wie mich gibt, und ich bin sicher, da draußen sind noch viel mehr, liegt auch noch genügend Mehl rum für einen Weiteren.
Wer bringt die Schokolade mit? Milch kriegen wir bestimmt von den Bauern, wenn wir sie bitten und hinfahren mit unseren Eimern. Ob sie sie uns geben oder wegschütten ist ja einerlei, Hauptsache die Molkereien kriegen sie nicht. Also perfekter Zeitpunkt, würde ich sagen.
Noch dazu mit dieser Kanzlerin. Ja stimmt, ihre integrative Kraft vermisse ich auch in letzter Zeit. Doch das sieht sicher nur so aus.
Wenn sie wissen wollen, was ich bin, schauen sie auf die Infoseite hier. Klar lebe ich im alten Westen Berlins, oder glauben Sie, ich könnte Jammern über Verlorengegangenes ertragen, wenn mich Innovationen, also Neues, interessiert? Sicher gehört zu jedem Veränderungsprozess auch die Frage, was ist Behaltenswert, doch vom Sozialismus und von der DDR gab es nichts. Nein, auch nicht die Krippenplätze und Kindergärten. Selbst wenn sie hier tatsächlich fehlen.
Meine Eltern hatten an die Utopie des Sozialismus und besonders an die des Kommunismus geglaubt. Was für ein Erwachen, was hinterher alles offenbar wurde. Doch auch sie ertragen das Jammern nicht, obwohl sie sogar Grund hätten als Wendeverlierer. Stattdessen erleben sie, dass es den Jammerern besser geht als ihnen. Doch sie klagen nicht, sie tun und kümmern sich um andere statt um sich selbst. So sind sie eben, und deshalb waren sie verführbar, damals in der DDR.
Doch zu Horch und Guck haben sie keinen aus meiner Familie verführen können, und Druck funktionierte erst recht nicht. Ebenso wie bei Joachim Fest gab es bei uns den unverrückbaren Grundsatz: Ich nicht. Dazu gehören Werte und dazu gehört Mut.