Filed under: Allgemein — Dr. Ricarda Schallnus at 12:16 pm on Freitag, Juli 4, 2008
Wußten Sie, dass es mehr als 100 Kreativitätstechniken gibt? Nein? Ich auch nicht.
Da waren wohl Viele reichlich kreativ. Doch wie wir lesen können im Juli Heft Harvard Business Manager gibts nur Unterschiede im Detail. Das ist ja leider oft das Ergebnis von ach so viel Kreativität. Egal, jedenfalls hat Professor Horst Geschka von der TU Darmstadt mal alle gesichtet und in sage und schreibe nur fünf Kategorien geordnet. Hier sind sie:
Freies Assoziieren wie Brainstorming, Brainwriting, Mindmaps: hinlänglich bekannt.
Strukturiertes Assoziieren mit Techniken wie Denkhüte – die per sechs verschiedene Sichtweisen auf eine Sache, per farbigen Hut aufsetzen zugeordnet, endlose Diskussionen über Vor- und Nachteile einer Idee vermeidet. Berücksichtigt werden analytisches Denken (weißer Hut), emotionales Denken (roter Hut), Nachteile der Idee (schwarzer Hut) und ihre Vorteile (gelb) während der grüne Hut kreatives Denken betont und der Blaue den ordnenden Blick aufs Ganze richten soll.
Mit weniger Leuten kommen Sie bei der Strukturiertes-Assoziieren-Methode “Denkstühle nach Walt Disney” aus. da brauchen Sie nur drei Mitarbeiter für die Rolle des Träumers, des Realisten und des Kritikers.
Konfrontierende Techniken wie Visuelle Konfrontation und Reizwortanalyse nutzen Bilder, Begriffe, Orte zur Anregung kreativer Ideen und Lösungen. Bisherige Denkschemata sollen aufgelöst und neuartig zusammengesetzt werden.
Wie wir aus der Wissenschaftsgeschichte wissen, ist Entspannung dafür gut. So wie sichs Newton unterm Apfelbaum bequem machte und Archimedes in der Badewanne. Legen Sie sich jedoch besser ein Handtuch daneben. Die Paparazzie heutzutage sind gnadenlos.
Ebenfalls hierzu zählt Triz, die 40 Prinzipien technischer Innovationen nach Genrich Altschuller. Soll sehr erfolgreich sein. Freu mich drauf.
Die Kategorie der Imagination umfasst Techniken, die das bildliche Vorstellungsvermögen stärken und unbewußte Erfahrungen in die Lösungsfindung einbeziehen.
- Hm, vielleicht gehört Newton und Archimedes auch hierher. na egal. -
Machen Sie eine geleitete Fantasiereise, bei der die Teilnehmer Bilder, Erlebnisse und Geschichten aneinanderreihen, um Streß abzubauen, Offenheit und Kreativität zu fördern.
Oder sie nutzen die Technik “Try to become the problem”, kriegen ein besseres Problemverständnis und finden hoffentlich dann die Lösung “to never ever have this problem”.
Sie können natürlich auch einfach mal wieder Alice im Wunderland lesen.
Die Kategorie Kombination schließlich enthält Techniken wie Morphologischer Kasten, Morphologische Matrix, Attribute Listing. Grundsätzlich wird ein Problem analysiert, also in seine Einzelteile zerlegt, für die Einzelkomponenten sytematisch oder intuitiv Lösungsvarianten gesucht und zu einem neuen Gesamtkonzept kombiniert.
Radikale Neuerungen sind hier jedoch nicht zu erwarten. Wie auch, wenn sie gerade nicht vernetzt denken sollen, wie jedoch heute erforderlich.
Na zumindest war dieser Beitrag auf den Seiten 54, 55 fast aufschlußreicher als letztens das gesamte Heft Brandeins mit dem Schwerpunktthema Kreativität.

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